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EIN KÖRPER FÜR JETZT UND HEUTE

von mehdi moradpour (deutsche erstaufführung)

THEATER OSNABRÜCK

2019

Informations-, Gen- und Nanotechnik überschreiben das, was ein Mensch bislang ist. Der Mensch kann technisch erweitert werden, Grenzen des Möglichen können gesprengt werden, Mängel und Einschränkungen der Biologie überwunden. Doch können dadurch auch die Grenzen sozialer Ungleichheit und Ausgrenzung relativiert werden?

Elija und seine Cousine sind erst Spielgefährten, er aus einfachen dörflichen Verhältnissen, sie aus einer Familie, die Erdölgeschäfte macht. Dann sind sie Verbündete in einer Stadt, in einem Häusermeer, das voll ist von nervösen Märkten, herabhängenden Blütenständen, Klingeltönen, religiösen Paradigmen, ölverklebten Tieren, Untergrundszenen und Eltern, die restriktiv das Beste wollen. Die Cousine hilft Elija, seine Umwandlung vom Mann zur Frau zu organisieren – eine forcierte Überlebensentscheidung, da auf Homosexualität drastische Strafen stehen, Geschlechtsumwandlungen aber bei einschlägigen Gutachten vom Staat unterstützt werden. Elija verlässt sein Heimatland als Frau. Im Dreierbund mit Mela und Fanis suchen sie eine europäische Stadt auf: Hier arbeitet eine Chirurgin mit sagenhaftem Ruf und Spezialisierung auf Bionik. Elija möchte sich erweitern, er will Frau und Mann in einem sein und etwas darüber hinaus. Technoider, ein transhumanes Experiment, das einengende Zuschreibungen hinter sich lässt, im Dienste der Gesellschaft und modellhaft für eine bessere Zukunft. Sie treffen auf die Chirurgin, Fanis verliebt sich, der Dreierbund erweitert sich, seelisch, körperlich, magisch und organisch: Eva braucht eine Niere, um weiterleben zu können.

Ein Szenario, in dem die Atmosphären der Stadt-, Meer und Traumlandschaften in die Körper eindringen.  Utopische Sehnsüchte treffen auf harte Gesetze, Individuen in Auflösung auf medizinische Tribunale.





 

Premiere: 17. September 2019
Spiel Cornelia Kempers, Monika Vivell, Stefan Haschke, Thomas Kienast
Regie Rebekka Bangerter


Bühne, Kostüme Margrit Flagner

Dramaturgie Alexander Wunderlich


Sounddesign Augustin Zimmer
 

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© rebekka bangerter